Best Practise im Projekt Comeback@50
Mit Qualifizierung durchgestartet!
Am 16.06.2009 stellten wir Herrn Ferdinand Meier (58), einem gelernten Masseur und med. Bademeister, das Projekt ComeBack@50 vor.
Im Erstgespräch teilte Herr Meier eindringlich mit, dass er keinesfalls wieder im erlernten Beruf tätig werden möchte, da er sich die letzten Jahre nur mit größter Mühe selbständig über Wasser halten konnte.
Seine Bewerbungsaktivitäten der letzten Monate in diversen Praxen und Kliniken hätten ihn stark demotiviert, da es aufgrund seines Alters keinerlei Aussicht auf eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit gäbe.
Herr Meier erklärt resigniert, dass er doch noch arbeiten wolle und es für eine Rentenantragstellung noch viel zu früh sei.
Nach längeren Überlegungen, was sich Herr Meier alternativ beruflich vorstellen könne, teilte er mit, dass er den „alten Führerschein Klasse III“ besitze und gerne auch als Fahrer arbeiten würde.
Nach einer Kontaktaufnahme durch den ComeBack@50-Betriebsberater
Herrn Schneider konnte noch am gleichen Tag ein 14-tägiges betriebliches Praktikum bei der Fa. „Kerman-Transporte“ in Haiger für Herrn Meier organisiert werden.
Bereits nach der ersten Praktikumswoche meldete sich der Arbeitgeber bei uns und erklärte, dass sich die Zusammenarbeit mit Herrn Meier durchweg sehr positiv gestalte und er sich dessen Vollzeiteinstellung als Berufskraftfahrer bald möglichst vorstellen könne.
Da die Fa. „Kerman-Transporte“, die im Auftrag der „Spedition Transland“ tätig ist und diese auf den ausschließlichen Einsatz von Hängerzügen umstelle, müsse Herr Meier vor einer Einstellung allerdings noch die Fahrerlaubnis C/CE erwerben.
Nach ausführlichen Recherchen konnten wir in Wetzlar die „Fahrschule Becker“ ausfindig machen, die es Herrn Meier ermöglichte, innerhalb von nur 14 Tagen diese Fahrerlaubnis zu erwerben.
Herr Meier zeigte sich ausgesprochen flexibel: Er begann sofort mit dem theoretischen Unterricht und den praktischen Fahrstunden.
Am 01.08.2009 war das Ziel erreicht – Herr Meier befindet sich im unbefristeten Arbeitsverhältnis bei der Fa. „Kerman-Transporte“ in Haiger und konnte mit Hilfe des ComeBack@50-Projektes durch Förderung des Führerscheines Klasse C/CE seine Hilfebedürftigkeit innerhalb von nur sechs Wochen vollständig und nachhaltig beenden.

Erst Probearbeit – dann Arbeitsvertrag
Es war der 09.05.2008 als Michael Dürrbeck der Teilnahme an dem Projekt Comeback@50 zustimmte. Für ihn war klar: „Ich will zurück in den Außendienst“ und dieses Ziel sollte schnellstmöglich realisiert werden.
Hr. Dürrbeck nahm die Lehrgangsangebote vom Projekt ComeBack@50 wahr und bildete sich so durch die Lehrgänge „Kompetenz gewinnt“ und „BIB-Factory“ jeweils beim Bildungsträger, Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e.V. in Wetzlar, weiter.
Am 17.03.2009 meldete sich Arbeitgeber Dieter Hunnenmörder aus Weinbach bei dem Betriebsberater von ComeBack@50 in Wetzlar, Werner Görg, und gab an, dass er unbedingt einen Außendienstmitarbeiter benötigt, der Erfahrung im Verkauf von Fenster und Türen (Holz und Kunststoff) mitbringt.
Kurzer Hand wurde Herr Dürrbeck durch unser Projekt über die zu besetzende Arbeitsstelle benachrichtigt. Er nahm direkt telefonischen Kontakt zu Herrn Hunnenmörder auf und vereinbarte noch für denselben Tag am Nachmittag ein Vorstellungsgespräch mit dem Arbeitgeber.
Zwei Tage später meldete sich Herr Dürrbeck persönlich bei seiner persönlichen Ansprechpartnerin des Projektes ComeBack@50 und teilte mit, dass das Vorstellungsgespräch mit Herrn Hunnenmörder sehr positiv verlief. Der Arbeitgeber wollte Herrn Dürrbeck unbedingt näher kennenlernen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber vereinbarten eine 9-tägige Probearbeit, welche durchweg positiv verlief.
Michael Dürrbeck war DER MANN für Arbeitgeber Dieter Hunnenmörder. Es wurde im Anschluss an die Probearbeit direkt ein 1-jährig befristeter Arbeitsvertrag geschlossen.
Herr Dürrbeck hat es geschafft - er hat sein Ziel erreicht und ist überglücklich seine Arbeitslosigkeit nach 11 Monaten beendet zu haben.
„Kompetenz gewinnt“- Schritt 2
Ein Weg zum Erfolg
Die Maßnahme „Kompetenz gewinnt“ durch einen Bildungsträger hat vielen Projektteilnehmern das Bewusstsein über deren hohen Marktwert durch Berufs- und Lebenserfahrung erneut geweckt. Während der Maßnahme wurden viele offene Fragen zur angestrebten Einmündung in den 1. Arbeitsmarkt besprochen, Stärken und Schwächen ausgearbeitet, positives Denken vermittelt. In Schritt 2 der „Kompetenz gewinnt“-Maßnahme hatten viele Teilnehmer die Gelegenheit, die theoretischen Ansatzpunkte im Rahmen eines betrieblichen Praktikums bei den heimischen Arbeitgebern, die sie selbst gefunden haben, in die Praxis umsetzen.
So auch Frau Angelika Welsch, die mehrere Jahre Berufserfahrung als Verkäuferin in einer Herren-Abteilung eines Bekleidungsgeschäfts nachweisen konnte. Frau Welsch wurde am 14.08.2008 ins Projekt„ComeBack@50“ aufgenommen und nahm an der Maßnahme „Kompetenz gewinnt“ teil. Die erstmals umgesetzte Maßnahme „Schritt 2“ im Anschluss daran mit Schwerpunkt Arbeitserprobung und betriebliche Qualifizierung bis zu 8 Wochen bei einem heimischen Arbeitgeber konnte Frau Welsch ihre Kompetenzen und Stärken dem Arbeitgeber „Kaufhaus Eitzenhöfer GmbH“ in Herborn unter Beweis stellen. Für sich selbst konnte sie ihre Kenntnisse und Fähigkeiten erkennen und im Unternehmen einbringen. Während des Praktikums wurde sie weiterhin durch Projektmitarbeiter und durch den Bildungsträger betreut.
Während des betrieblichen Praktikums im Kaufhaus Eitzenhöfer GmbH lernte Frau Welsch das moderne Warenwirtschaftssystem mit dem hauseigenen EDV-Programm und die Verkaufsstrategien des Unternehmens kennen. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen im Kaufhaus gestaltete sich sehr positiv und ihre Stärken in Verbindung mit ihrer langjährigen Berufserfahrung fiel dem Geschäftsführer, Herr Eitzenhöfer positiv auf, sodass er ihr eine Anstellung in Vollzeit in der Herrenbekleidungsabteilung ab dem 01.12.2008 während des Praktikums in Aussicht stellte.
Eine versicherungspflichtige Beschäftigung als Verkäuferin in der Beklei- dungsabteilung in Vollzeit besteht nun seit 01.12.2008 und sowohl der Arbeitgeber als auch Frau Welsch werden nachhaltig intensiv durch die Mitarbeiter des Projektes „ComeBack@50“ betreut.
Dieses Beispiel zeigt, dass das Konzept, Inhalt und Aufgaben des Projektes „ComeBack@50“, nämlich die Vorbereitung für den 1. Arbeitsmarkt mit der Ausarbeitung der Stärken und Aufbau der Motivation bis hin zur praktischen Erprobung im Unternehmen, aufgeht und richtungweisend für eine Integration in den 1.Arbeitsmarkt sein kann.
Vom Teilnehmer zum Mitarbeiter
Die Entscheidung zur Teilnahme im Projekt „ComeBack@50“ steht den Kundinnen und Kunden der Lahn – Dill – Arbeit GmbH frei. Herr Erwin Hecker Jahrgang 1957, allein erziehender Vater, entschied sich im Februar 2008 am Projekt teilzunehmen.
Herr Hecker hat als Führungskraft im Bereich Vertrieb, Vertriebsinnendienst, Personal– und Sozialwesen unter anderem in einem renommierten und weltweit agierenden Unternehmen des Lahn – Dill – Kreises gearbeitet. Seine Arbeitszeugnisse weisen ihn als einen ausdauernden, belastbaren, zuverlässigen und loyalen Mitarbeiter mit ausgezeichnetem Fachwissen aus. Er hat das Angebot angenommen, am Eingangsworkshop „Kompetenz gewinnt“ teilzunehmen, den u. a. das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft (BWHW e.V.) für ComeBack@50 durchführt.
Im Juli 2008 startete beim gleichen Bildungsträger das Pilotprojekt „Bewerber in Bewegung“ (BiB Factory). Die BiB Factory hat die Struktur einer Firma, welche von den teilnehmenden Langzeitarbeitslosen selbst organisiert, gestaltet und geführt wird. Inhaltlich setzt sich die BiB Factoryaus der Projektarbeit „Vermittlungsagentur“, sowie aus Beratungs- und Trainingsangeboten zusammen. In ihrer Struktur besteht die BIB Factory aus Abteilungen: EDV – Akquise – Werbung – Marketing – Public Relations – Personalwesen – Allgemeine Verwaltung und Buchhaltung. Herr Hecker hat bei der Entstehung und Organisation der BiB Factory seit der ersten Stunde mitgewirkt.
Knapp drei Monate später hat sich sein Engagement ausgezahlt: Herr Hecker wurde in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis beim BHWH e.V als pädagogischer Mitarbeiter übernommen.
Mit der Vermittlung von Herrn Hecker entstand eine Synergie, von der sowohl unsere Kundinnen und Kunden, als auch der Arbeitgeber profitieren. Die eigene Erfahrung mit Langzeitarbeitslosigkeit ermöglicht ihm neben seinem Fachwissen aus dem Personal- und Sozialwesen einen problembewussten und authentischen Umgang mit der Thematik.
Viel Arbeit bis zur Arbeit….
was lange währt wird endlich gut!
Im März 2008 nahm Frau Gründler an einer Informationsveranstaltung über das Projekt ComeBack@50 in Stadtallendorf teil und berichtete in Einzelgespräch über ihre Aktivitäten, sowie über ihre Schwierigkeiten, als „ältere“ Arbeitnehmerin eine Stelle zu finden.
Mit der Projektteilnahme wurden ihr die Möglichkeiten der besonderen Unterstützung durch ComeBack@50 erläutert. In diesem Zusammenhang nutzte Frau Gründler die Möglichkeiten des Job-Café´s in Marburg. Hier können jeden Freitag ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Internet nach Stellen zu suchen, vor Ort ihre Bewerbungen erstellen und finden einen persönlichen Ansprechpartner von ComeBack.@50, der sie je nach Bedarf aktiv unterstützt. Im Juni nahm Frau Gründler an einem Workshop über „Soziale Schlüsselqualifikationen“ teil und lernte sich ihrer persönlichen Stärken bewusst zu sein und diese auch nach Außen darstellen zu können. „Dies hat bei mir einen richtigen Motivationsschub ausgelöst.“, erläuterte Frau Gründler dem ComeBack-Mitarbeiter. Doch trotz der intensiven Bemühungen, stellte sich der gewünschte Erfolg noch nicht ein. Zwischenzeitlich hatte Frau Gründler eine Weiterbildung im Bereich Buchhaltung mit Erfolg abgeschlossen, die Sie über einen längeren Zeitraum im Fernstudium absolvierte.
In weiteren Einzelgesprächen wurde die Chancen eines begleiteten betrieblichen Praktikums besprochen. Frau Gründler zeigte sich bereit, einem potentiellen Arbeitgeber ihre Arbeitskraft und Leistungsfähigkeit auch für einen längeren Zeitraum (maximal 12 Wochen) zur Verfügung zu stellen. Die neuen Fachkenntnisse sollten so in der Praxis verfestigt werden und ein aktuelles qualifiziertes „Zeugnis“ sollte ihre Bewerbungen attraktiver machen. Der Bildungsträger perspect GmbH in Marburg übernahm die Betreuung von Frau Gründler in der Praktikums-Vorphase, in der ein geeigneter Betrieb gesucht wird, bei dem auch eine vakante Stelle zu besetzen ist. Der Einsatz und die Umsetzung in der Zusammenarbeit zwischen Kundin und Unternehmen verlief so positiv, dass der Bildungsträgers das Praktikum im eigenen Unternehmen anbot. In Abstimmung mit Frau Gründler und der Einstellungszusage bei Eignung waren sich alle Beteiligten einig.
Das Praktikum war ein voller Erfolg, so dass Frau Gründler seit dem 27.10.2008 das Team von perspect in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis ergänzt. Frau Gründler führt hier allgemeine Verwaltungstätigkeiten durch, führt und überwacht die Terminkalender der Mitarbeiter und ist für die komplette Fakturierung, Rechnungsstellung und den gesamten Zahlungseingang verantwortlich. Sie zeichnet sich dabei durch Ihre persönliche und zeitliche Flexibilität aus und ist eine große Entlastung für die Geschäftsleitung.