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 Bundesprogramm “Perspektive 50plus”
- Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen –
Kodex für Perspektive 50plus

Präambel
 
Die am Bundesprogramm Perspektive 50plus – Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen beteiligten Akteure setzen sich das anspruchsvolle Ziel, die Chance von älteren Langzeitarbeitslosen auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und an der Arbeitswelt zu verbessern. Die nachhaltige und den Lebensunterhalt sichernde Integration in eine Erwerbstätigkeit ist das einfachste Mittel, dieses Ziel zu erreichen.
Grundlage für eine in diesem Sinne erfolgreiche Beratung und Begleitung der älteren Langzeitarbeitslosen in den Projekten ist die Beachtung und Würdigung ihrer spezifischen Lebensumstände. Dazu gehört ganz wesentlich die Berücksichtigung der Situation in einer Bedarfsgemeinschaft. Die individuell wertschätzende Arbeit ist Voraussetzung für ein glaubwürdiges Fördern und Fordern und somit für die nachhaltig wirksame Aktivierung von älteren Langzeitarbeitslosen. Der zentrale Ansatz des Programms ist die Aktivierung und das Empowerment aller erwerbsfähigen älteren Langzeitarbeitslosen. Von gleichrangiger Bedeutung ist ein tiefreichendes Verständnis der Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes, ohne das Arbeitsmarktchancen für ältere Langzeitarbeitslose nicht genutzt werden können.
Die Akteure des Bundesprogramms wissen, dass der für eine Verbesserung der Be-schäftigungssituation für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erforderliche grundlegende Mentalitätswandel in Gesellschaft und Arbeitswelt in Deutschland noch nicht vollzogen ist. Dies ist zugleich Ansporn und Aufforderung zum weiteren Handeln.
 
 
Das Programm Perspektive 50plus ist ein Forum für die Entwicklung, Diskussion und Erprobung neuer und die Weiterentwicklung bewährter Methoden und Instrumente der Beschäftigungspolitik. Die Akteure verstehen sich als Fachleute, die sich bei der Projektumsetzung gegenseitig unterstützen und anderen ihre Erfahrungen und Lösungen zugänglich machen. Der Forumsgedanke drückt sich auch aus in der partnerschaftlichen Begegnung und Zusammenarbeit von Arbeitsgemeinschaften, zugelassenen kommunalen Trägern oder getrennten Trägerschaften.
Die Entwicklung innovativer Ansätze erfolgt unter Berücksichtigung der regionalen Kontexte, in einem „Wettbewerb guter Ideen“. Bereits eingeführte und bewährte Methoden werden kontinuierlich verbessert, vertieft und an neue Anforderungen ange-passt. Besonders erfolgreiche Modelle sollen in das Regelgeschäft der Grundsicherungsstellen integriert werden und die allgemeine Instrumenten- und Methodenentwicklung beeinflussen.
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die beteiligten Programmakteure streben für Perspektive 50plus eine dritte Programmphase mit einer Laufzeit von weiteren drei bis fünf Jahren an. Ziel der dritten Programmphase ist die Beteiligung aller Grundsicherungsstellen, wobei das Freiwilligkeitsprinzip der Mitwirkung erhalten bleibt.
 
 
 
Grundsätze der Arbeit der
regionalen Beschäftigungspakte
 
1.    Wir integrieren ältere Langzeitarbeitslose nachhaltig in Erwerbstä-tigkeit.
2.    Wir sind „Unternehmensversteher“ und bieten den Unternehmen verlässliche Dienstleistungen an.
3.    Wir fördern und fordern als „Kümmerer“ ältere Langzeitarbeitslose in ihren Stärken und Talenten durch Motivation, Aktivierung und Qualifizierung.
4.    Wir verstehen uns als Partner und arbeiten respektvoll und ver-trauensvoll zusammen.
5.    Wir gestalten und nutzen Netzwerke partnerschaftlich, verbindlich und effektiv.
6.    Wir verstetigen regional entwickelte und an den Bedarf vor Ort an-gepasste Konzepte und verbessern innovative Ansätze durch den Erfahrungsaustausch mit anderen Regionen.
7.    Wir beginnen unsere Arbeit bei der jeweiligen individuellen Aus-gangslage der älteren Langzeitarbeitslosen.
8.    Wir beziehen bei der Konzeption von Aktivierungs- und Integrati-onsangeboten die Situation der gesamten Bedarfsgemeinschaft ein und streben die Herstellung der Bedarfsdeckung an.